Passagier der Arche des Geschmacks

Arche-Passagier von Slow Food e.V. seit 2006
Unterstützt von Slow Food Leipzig-Halle

 

Essen, was man retten will!

In der „Arche des Geschmacks“ der Slow Food Stiftung werden über 3000 Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen internationale vor dem Verschwinden und Vergessen bewahrt. Das Projekt bewahrt weltweit regionale Vielfalt und schützt das kulinarische Erbe. Schwerpunkt der Arbeit ist das aktive Sammeln, Beschreiben, Katalogisieren und Bekanntmachen der Passagiere. Das Motto lautet: Essen, was man retten will! Denn: Was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt.

 

Eine Tradition mit Geschmack

Milbenkäse ist ein „Trüffel" unter den Käsesorten, seine ungewöhnliche Geschmacksvielfalt wird seit vielen Jahrhunderten sehr geschätzt. Er wird aus getrocknetem Magerquark hergestellt. Die Grundlage sind dafür Ziegen-, Schafs- oder Kuhmilch. Der Käse lagert viele Wochen in Kisten mit speziellen Käsemilben. Hier erfährt der Quark seinen Reifeprozess. Die Milben fermentieren den Käse. Damit er nicht von ihnen aufgefressen wird, werden die Milben mit Roggenmehl gefüttert. Dieser Prozess kann ein viertel bis hin zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen und erfordert eine intensive und individuelle Betreuung.

 

Das Besondere

Der Milbenkäse hat eine besonders lange Haltbarkeit, die bei einzelnen Exemplaren bis zu 30 Jahren nachgewiesen werden konnte. Der Geschmack des Milbenkäses ist vergleichbar mit einem sehr würzigen Harzer Käse. Die speziellen Aromen bilden einen für den Milbenkäse typischen Geschmack mit einer leicht bitteren Note. Der Käse ist im besten Reifezustand bernsteinfarben und die Textur ist mittelfest bis hart.

 

Eine lange Geschichte

Schon seit mehr als 300 Jahren ist der Milbenkäse nachweislich im Altenburger Land bzw. in Würchwitz angesiedelt. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts ist diese traditionelle Art der Käseherstellung immer mehr in Vergessenheit geraten. Während die Milbenkäse-Tradition spätestens nach den zweiten Weltkrieg in den anderen Orten ausgestorben war, haben sie in Würchwitz einige Familien weiter gepflegt. Heute ist der Käse in der Region nicht nur ein kulinarisches Unikum, sondern zieht auch Besucher aus aller Welt an.

 

 

Weitere Informationen

Slow Food Deutschland e. V.